Sicherheitszone: Flugregeln und ausgewählte Beispiele

Da über dem Ölberg der IFR Anflugkorridor für den Flugverkehr Mannheim entlangführt, hat unser Verein in Absprache mit dem Flughafen Mannheim eine Sicherheitszone eingerichtet, die unbedingt respektiert werden muss. Der Sinn und Zweck dieser Zone besteht darin, Gefahrensituationen präventiv zu begegnen, um Unfälle zu vermeiden und somit in letzter Konsequenz Leib und Leben aller PilotInnen zu schützen und die Genehmigung unseres Startplatzes nachhaltig zu sichern.

Dimensionen der Sicherheitszone

Die Dimensionen der Sicherheitszone sind über die Luftraumdaten (unter „Links“) bis auf weiteres eindeutig definiert. Wir empfehlen den Luftraum der Sicherheitszone in die entsprechenden Navigationsgeräte einzulesen, um stets die Kontrolle über die Position zu haben. Für PilotInnen, die die Sicherheitszone nicht auf Ihrem Navigationsgerät haben, können die beiden Burgen (Strahlenburg und Schauenburg) als nördliche und südliche Begrenzung betrachtet werden. Bitte berücksichtigen, dass sich die Zone auch in östlicher und westlicher Richtung erstreckt.

Grafisches Lagebild der Sicherheitszone.

Grundlegende Regeln im Umgang mit der Sicherheitszone

  • Das Einfliegen in die Sicherheitszone ist in ALLEN Fällen eine Verletzung der Vereinsregel.
  • Der Einflug in die Sicherheitszone muss vermieden werden. Es ist unter keinen Umständen gestattet, in diese Zone einzufliegen. Das Flugverhalten muss demnach den jeweiligen Gegebenheiten (z. B. starker Wind und anspruchsvolle Thermik) angepasst werden, um rechtzeitig das Umfliegen der Sicherheitszone einleiten zu können. So muss z. B. eine durch die Zone aufsteigende Thermik rechtzeitig verlassen werden, um zu verhindern, dass man in die Sicherheitszone „hineindreht“.
  • PilotInnen, die am Ölberg fliegen sind verpflichtet den Flugtrack aufzuzeichnen und mindestens 3 Tage zu speichern. Zudem müssen die Tracks im Verdachtsfall hinsichtlich eines Einflugs in die Sicherheitszone auf Anfrage von Vereinsmitgliedern an diese ausgehändigt werden. (Zuschicken der IGC Datei).
  • Flüge, die gegen die Regeln im Umgang mit der Sicherheitszone verstoßen, sollten so lange nicht im Rahmen öffentlicher Contests (DHV XC / XC Cup etc.) verwendet werden, bis sie vom Vorstand (oder einer oder mehrerer zu benennenden Person/en) als tolerierbar empfunden werden.
  • Die Vereinsregeln rund um die Sicherheitszone gilt für ALLE PilotInnen, die eine Einweisung / Startberechtigung am Ölberg erhalten haben (auch unabhängig vom Startplatz)
  • Tool zur Selbstkontrolle: Um allen PilotInnen die Möglichkeit der Selbstkontrolle zu vereinfachen, stellt der Verein ein Tool zur Verfügung, über das nach Upload eines IGC Tracks ausgewiesen wird, ob der Flug durch die Sicherheitszone ging oder nicht.

Konsequenzen

Bei Nichteinhaltung der Vereinsregeln entscheidet der Vorstand über die Konsequenzen. Grobe Verstöße können den Entzug der Einweisung und somit Starterlaubnis am Ölberg zur Folge haben.

Selbstkontrolle

Es sind ALLE angehalten, andere auf potenzielles Fehlverhalten hinzuweisen. Der Verein appelliert ausdrücklich an das Verständnis aller Mitglieder und begrüßt demnach einen sich selbst regulierenden Zustand unter den FliegerkameradInnen. Ein gegenseitiges Aufmerksam machen darf nicht als Schikane missbraucht oder verstanden werden, sondern dient einzig und alleine dem Erhalt unseres Fluggebietes sowie der Sicherheit aller PilotInnen.

Beispiele ausgewählter Flugtracks bzw. Flugsituationen

Im folgenden einige Beispiele, die verdeutlichen sollen, worauf es bei einer Detailprüfung ankommt. Letztlich zählt immer der deutlich erkennbare Wille, aus der Sicherheitszone schnellstens rauszufliegen und diese Entscheidung ganz klar der Entscheidung der Flugdauer / Flugstrecke voranzustellen.

Szenario A:

Die unterschiedlichen Perspektiven machen deutlich, dass der / die PilotIn zwar zunächst aus dem ersten Bart auszusteigen scheint, um die Sicherheitszone zu verlassen. Jedoch erfolgt ein weiterer Einstieg in die nächste Thermik zu früh und führt diagonal quer durch einen Großteil der Zone. Der Austritt aus der Zone erfolgt mittig und zeigt demnach, dass kein weiterer Versuch unternommen wurde, die zweite Thermik zu verlassen, um schnell aus der Zone zu fliegen.

Szenario B:

In Beispiel A versucht der / die Pilotin den Korridor zu unterfliegen, wird aber durch aufsteigende Luft in den Korridor gedrückt. Die Flugrute zeigt, dass der/die PilotIn den direkten Weg aus dem Korridor raus sucht. Er / sie dreht zudem nicht ein, um durch die Zone zu kurbeln. Dieser Vorgang ist tolerierbar und hat demnach keine Konsequenzen. Der Flug darf auch in öffentliche Datenbanken (DHV XC / XC Cup usw.) eingereicht werden.

In Beispiel B sieht die Beurteilung komplett anders aus. Der/die Pilotin fliegt völlig ohne Not in die Sicherheitszone ein und verletzt demnach bewusst die Vereinsregel.

Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass vorausschauendes Fliegen und der deutlich erkennbare Wille der Einhaltung unserer Regeln einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung hinsichtlich potenzieller Konsequenzen nach einer Verletzung haben.

Szenario C:

Entgegen mancher Meinungen und Aussagen ist auch das direkte „Durchkurbeln“ durch die Sicherheitszone nicht gestattet. Schon gar nicht, wenn Sie – so wie hier zu sehen – nahezu mittig erfolgt. Im linken Bild ist zudem zu sehen, dass der/die Pilotin sogar noch mittig nachzentriert um, bestmöglich die Thermik nutzen zu können. Solche Tracks dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben und sollten auf jeden Fall auch aus Wertungsdatenbanken (XC Cup / DHV XC) entfernt werden.

Szenario D:

In Szenario D steigt der/die Pilotin aus der Thermik aus und fliegt auf direktem Weg im Geradeausflug aus der Sicherheitszone und dort den Flug fortzusetzen. Er/sie hätte wohl etwas früher aus dem Bart aussteigen können, um den Bereich der Sicherheitszone komplett zu meiden. Allerdings ist hier eine einmalige Entscheidung zugunsten des Piloten und dessen eingereichtem Flug durchaus vertretbar wenn auch nicht selbstverständlich.

Szenario E:

zu viele Verstöße in Summe

Bitte vermeidet es grundsätzlich an thermischen Tagen zu nah an der Unterkante der Sicherheitszone zu fliegen. Die Gefahr immer wieder in die Zone „gezogen“ zu werden ist sehr hoch. Und an intensiven Flugtagen würde das bedeuten, dass sich immer wieder PilotInnen innerhalb der Sicherheitszone bewegen. Die maximale Zeit, die für die sich ein/e PilotIn während eines Fluges in der Zone aufhalten darf beträgt in Summe 20 Sekunden und pro Verstoß 10 Sekunden. Fliegt der / die Piloten häufiger als 2 Mal in die Zone, muss der Flug geahndet werden.